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Was ist eine Baugemeinschaft? So funktioniert gemeinsames Bauen in Hamburg

Mitglieder im Gespräch bei einer Sitzung der Baugemeinschaft

In einer Baugemeinschaft schließen sich Menschen zusammen, um gemeinsam ein Haus zu planen und zu bauen – und später selbst darin zu wohnen. Statt eine fertige Wohnung von einem Bauträger zu kaufen, entscheiden die künftigen Bewohner*innen mit: über Grundrisse, Gemeinschaftsräume, Materialien und darüber, wie sie zusammenleben möchten.

Wie funktioniert eine Baugemeinschaft?

Die Gruppe ist selbst Bauherrin. Sie beauftragt Architekt*innen, eine Baubetreuung und Fachplaner*innen und trifft die wichtigen Entscheidungen gemeinsam, meist in regelmäßigen Versammlungen. Beim Inselkiez heißen sie Baugruppensitzungen, kurz BG-Sitzungen. Die Arbeit verteilt sich auf Arbeitsgruppen, etwa für Architektur, Gemeinschaftsflächen, Photovoltaik oder Öffentlichkeitsarbeit.

Mitglieder der Baugemeinschaft bei einer Präsentation zur Freiraumgestaltung
Gemeinsam planen: Workshop zur Freiraumgestaltung im Inselkiez, 2025. Foto: Inselkiez

Während der Planungs- und Bauphase sind wir als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) organisiert. Mit dem Einzug werden wir zur Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG): Jede Partei besitzt dann ihre eigene Wohnung, die Gemeinschaftsflächen gehören allen zusammen. Andere Baugemeinschaften wählen andere Formen – in Hamburg sind zum Beispiel auch genossenschaftliche Baugemeinschaften verbreitet, in denen die Mitglieder ihre Wohnung nicht kaufen, sondern als Genossenschaftsmitglieder dauerhaft nutzen.

Rechtsform beim Inselkiez

Von der GbR zur Eigentümergemeinschaft

Planung & Bau

GbR

Die Gruppe ist gemeinsam Bauherrin: Sie schließt die Verträge, trägt Kosten und Risiken und entscheidet in den BG-Sitzungen.

Ab dem Einzug

WEG

  • Sondereigentum: deine eigene Wohnung
  • Gemeinschaftseigentum: Gemeinschaftsräume, Dachterrasse, Innenhof

Wie lange dauert es bis zum Einzug?

Länger, als viele erwarten: Von der Gruppenfindung über die Bewerbung um ein Grundstück, die Planung und die Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vergehen meist mehrere Jahre. Allein die Zeit, in der die Stadt einer Gruppe ein Grundstück für die Planung reserviert, dauert in Hamburg je nach Planungsstand ein bis zwei Jahre – danach folgt erst der Bau.

Beim Inselkiez haben wir 2024 mit der Vorplanung begonnen. Den Baubeginn streben wir für 2028 an, den Einzug für 2030. Wer bei uns einsteigt, plant also noch mehrere Jahre mit – und kann in dieser Zeit viel mitentscheiden.

Vom ersten Treffen zum Einzug

Der Weg einer Baugemeinschaft

  1. Gruppe finden
  2. Grundstück: Bewerbung & Konzeptverfahren
  3. Planung, 1–2 Jahre reserviert
  4. Baugenehmigung
  5. Bau
  6. Einzug

Zeitplan Inselkiez

Zeitplan des InselkiezPlanung von 2024 bis 2028, angestrebter Bau von 2028 bis 2030, angestrebter Einzug 2030.2024202520262027202820292030Planung: seit 2024 (Vorplanung), bis zum angestrebten Baubeginn 2028PlanungBau: angestrebt 2028 bis 2030Bau (angestrebt)Einzug: angestrebt 2030Einzug 2030 (angestrebt)heute

Quellen: Leitfaden Baugemeinschaften der Stadt Hamburg (Reservierung des Grundstücks 1–2 Jahre je nach Planungsstand); Inselkiez, Planungsstand Oktober 2026. Bau und Einzug sind angestrebt, nicht garantiert.

Baugemeinschaften in Hamburg

Hamburg unterstützt gemeinschaftliches Bauen seit Jahrzehnten. Seit 1990 sind 162 Baugemeinschaftsprojekte mit 3.669 Wohnungen fertig geworden, 41 weitere mit rund 1.000 Wohnungen sind in Planung oder im Bau. Die städtische Agentur für Baugemeinschaften berät Gruppen, schreibt städtische Grundstücke für Baugemeinschaften aus und wählt in einem Konzeptverfahren aus, welche Gruppe ein Grundstück bekommt.

Hamburg in Zahlen

Baugemeinschaften seit 1990

162Projekte fertiggestellt, mit zusammen 3.669 Wohnungen
41Projekte in Planung oder im Bau, mit rund 1.000 Wohnungen
bis 20 %der Wohnfläche im Elbinselquartier für Baugemeinschaften vorgesehen

Quellen: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, Agentur für Baugemeinschaften (abgerufen Oktober 2026); IBA Hamburg, Quartiersentwicklung Wilhelmsburg (Stand 2025).

Gerade in neuen Quartieren entstehen so viele kleine Nachbarschaften, die sich schon vor dem ersten Spatenstich kennen. Im Elbinselquartier in Wilhelmsburg, wo der Inselkiez entsteht, ist bis zu ein Fünftel der Wohnfläche für Baugemeinschaften vorgesehen.

Vorteile und Herausforderungen

  • Mitbestimmung: Du gestaltest dein Wohnumfeld aktiv mit, statt eine fertige Lösung zu kaufen.
  • Gemeinschaft: Du kennst deine Nachbar*innen, bevor du einziehst. Geteilte Räume wie Gemeinschaftsraum, Gästewohnung oder Werkstatt werden möglich.
  • Kosten: Ohne Bauträgergewinn baut eine Baugemeinschaft in der Regel günstiger, als wenn man eine schlüsselfertige Eigentumswohnung kauft. Mehr dazu in unserem Beitrag Was kostet eine Wohnung in einer Baugemeinschaft?
  • Verantwortung: Das Zeit- und Kostenrisiko trägt die Gruppe gemeinsam. Entscheidungen brauchen Zeit, Vertrauen und Engagement – über mehrere Jahre.

Wie wird man Teil einer Baugemeinschaft?

Beim Inselkiez läuft das so: Du lernst uns bei Kennenlerntreffen, Online-Q&As oder als Gast in den BG-Sitzungen kennen – mindestens dreimal. Danach prüft unsere Baubetreuung Conplan in einem vertraulichen Gespräch, ob die Finanzierung für dich passt. Bei „grüner Ampel“ stellst du deinen Aufnahmeantrag, über den die Mitglieder in der nächsten BG-Sitzung abstimmen. Alle Schritte findest du auf der Seite Mitmachen.

Neugierig geworden?

Der Inselkiez ist eine Baugemeinschaft mit derzeit rund 40 Parteien, die in Hamburg-Wilhelmsburg rund 60 Wohnungen plant. Antworten auf die häufigsten Fragen findest du in unseren FAQ, freie Wohnungen auf der Seite Wohnungen – und wie unsere Treffen ablaufen, unter Kennenlernen.

Neugierig geworden?

Lerne uns persönlich kennen.

Bei Q&A-Runden und Kennenlerntreffen erzählen wir von Projekt, Wohnungen und Gemeinschaft – und beantworten deine Fragen. Welche Wohnungen noch frei sind, siehst du in der Wohnungsübersicht.

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